Das Kneippheilbad Bad Grönenbach liegt zwischen Memmingen und Kempten in der idyllischen Voralpenlandschaft des Unterallgäus. Der Ort lebt die Säulen der Kneipp’schen Gesundheitsphilosophie und ist mit seinem vielfältigen Veranstaltungsprogramm Anlaufstelle für Kulturliebhaber.
Der junge Kneipp in Grönenbach
Für die heutige Bedeutung Bad Grönenbachs als Kneippheilbad waren die Jahre 1842/1843 entscheidend: Der junge Sebastian Kneipp, Sohn eines armen Leinenwebers aus Stephansried, kam in den Ort, um durch seinen weitläufigen Verwandten und katholischen Pfarrvikar Dr. Matthias Merkle Lateinunterricht zu erhalten. Dieser war notwendig, um danach auf das Gymnasium gehen zu können und nach Abschluss sein Theologie-Studium zu absolvieren.
Einfluss hatte auch der Kontakt zum evangelischen Pfarrer und Botaniker Christoph Ludwig Koeberlin: Durch ihn konnte Kneipp sein Wissen in der Kräuterkunde vertiefen und somit seine Pflanzenheilkunde entwickeln – eine Säule seiner späteren Ganzheitslehre. Seine gesamte Zeit in Grönenbach finanzierte Sebastian Kneipp über die Arbeit als Knecht bei einem örtlichen Vorsteher. Bad Grönenbach wurde damit ein unverzichtbarer Ausgangspunkt für Kneipps Bildungsweg – seine spätere Tätigkeit als Geistlicher übte er jedoch nicht hier aus, sondern vor allem in Wörishofen, wo er zugleich seine berühmte Hydrotherapie entwickelte.
Von Grönenbach zu Bad Grönenbach
Bereits seit 1954 ist Bad Grönenbach Kneippkurort. 1996 erhielt Grönenbach das höchste Prädikat „Kneippheilbad“. Die Marktgemeinde ist stolz auf Kneipps Aufenthalt und legt großen Wert auf die Aufrechterhaltung der nach wie vor topaktuellen Kneipp’schen Lehre, die das einzige ganzheitliche europäische Naturheilverfahren darstellt. „Kneippen“ ist so einzigartig, dass es am 4. Dezember 2015 in die Liste des immateriellen UNESCO Kulturerbes in Deutschland aufgenommen wurde.
Kneippsanatorium Bad Clevers
Obwohl Kneipp selbst nicht in Grönenbach wirkte, wurde sein Erbe hier bald aufgegriffen: 1938 gründete Dr. Georg Schmidtchen ein Kneipp-Sanatorium. 1939 wurden im Kurheim „Bad Clevers“ die ersten offiziellen Kneippanwendungen durchgeführt. Die Einrichtung nutzt eine Quelle, die durch Haus und Anwesen verläuft, für Trinkkuren und Anwendungen, wie das Wassertreten im Freien. Heute bietet das überregional bekannte Health Resort ein breitgefächertes Konzept aus medizinischen Behandlungen und Naturheilverfahren. Die Lage am Waldrand und am Ufer des Naturfreibades bildet einen idealen Ort für Regenerationsaufenthalte.
Das Hohe Schloss
Schon von Weitem aus zu sehen ist das Wahrzeichen Bad Grönenbachs. Auf einem Nagelfluhfelsen ragt das geschichtsträchtige Gemäuer über den Ort. Seine Ursprünge führen in das Jahr 1280 zurück. Seitdem wurde das Schloss vielfältig genutzt: Landgericht, Phototechnisches Lehrinstitut, Wohnsitz der Ursberger Schwestern und Veranstaltungsstätte für Konzerte und Trauungen. Der Weg um das Hohe Schloss gibt den Blick über den Ort und das Altmoränental bis nach Memmingen frei. Rund um das Hohe Schloss befindet sich ein Kreislehrgarten mit Schloss- und Kräutergarten, sowie eine Streuobstwiese und ein kleiner Weinberg.
Natur und Bewegung
Die Landschaft um Bad Grönenbach – Hügel, Wiesen und Wälder der Voralpen – eignet sich perfekt für Wanderungen und Radtouren. Das ausgebaute Rad- und Wanderwegenetz ermöglicht
Bewegung an der frischen Luft und entspricht damit ganz dem Schwerpunkt Sebastian Kneipps auf körperlicher Aktivität als festen Teil eines gesundheitsfördernden Lebensstils.
Tipps für einen Ausflug in Bad Grönenbach:
• die „Glücksmomente-Runde“: Ein ca. 7 Kilometer langer Wanderweg, der die Kneipp’sche Säule Balance in den Fokus stellt. An verschiedenen Stationen, wie z.B. der Balance Bank oder der Yoga-Station, können Sie die Seele baumeln lassen.
• die Panoramaschaukel: Ebenfalls als Teil der Glücksmomente-Runde ist sie das TOP-Ausflugsziel. Von hier aus haben Sie einen Blick bis in die Allgäuer Alpen.
• der Walderlebnispfad: Ein familienfreundlicher Rundweg im Wald, der mit interaktiven Stationen und mehreren langen Holz-Kugelbahnen besonders für Kinder ausgelegt ist.
• der Naturerlebnisweg: Ein Lehrpfad mit insgesamt 28 interaktiven Wissens-Stationen und Info- Würfeln zu Flora und Fauna der Region.
So überzeugt das traditionsreiche Kneippheilbad Reisende und Kurgäste ganz authentisch durch seine gelebte Geschichte, die landschaftliche Natürlichkeit und eine überall zu spürende Ruhe und Ausgeglichenheit.
Mehr entdecken www.bad-groenenbach.de

