Tomaten gesunde Ernährung nach Kneipp

Warum Kneipp nichts über Tomaten sagte

Eine einfache Antwort, ein bisschen Wissenschaft und ein köstliches Rezept

Seltsam eigentlich: Obwohl die Tomate unter Medizinern, Apothekern und Freunden der gesunden Ernährung heute als „Superfood“ gilt, hat Sebastian Kneipp sie in seinen Werken mit keinem Wort erwähnt. Aber warum nicht? Wie so häufig könnte es auch für diese Frage eine einfache Erklärung geben: Sehr wahrscheinlich kannte er sie gar nicht. Diese Pflanze, die lange als Liebes-, Paradiesoder Goldapfel bezeichnet wurde, war in unseren Gefilden als Nahrungsmittel erst ab Anfang des 20. Jahrhunderts verbreitet, also nach den Lebzeiten Kneipps. Im Gegensatz zum Wasserdoktor kennen Sie die Tomate – wissen jedoch möglicherweise nicht, warum sie so gesund ist und Sebastian Kneipp sie vermutlich hoch gelobt hätte. Das soll sich nun ändern.

Ihren deutschen Namen „Tomate“ hat sie übrigens von den Azteken, eine Entlehnung des Wortes „xitomatl“ („Nabel des dicken Wassers“), das die Spanier in „el tomate“ übersetzten und später in viele europäische Sprachen übernommen wurde. Nur in Italien werden Sie mit dem Wort nicht weiterkommen: Dort heißt die Tomate nämlich „il pomodoro“ – der „Goldapfel“. Vielleicht wählte man dort diesen ganz eigenen Begriff, da die italienische Küche, so wie wir sie schätzen, ohne Tomaten quasi undenkbar wäre und sich im Wesentlichen auf Spaghetti Carbonara beschränken würde. Auch nicht zu verachten, aber mit der Kombination aus Kohlenhydraten, Sahne und Speck bei weitem nicht so gesund.

Lange Anreise und falsche Annahmen
Der begriffliche Ursprung lässt schon erahnen, dass die Tomate auf einem ähnlichen Weg wie seinerzeit die Kartoffel den Weg zu uns gefunden hat: Bei den Maya und Azteken war sie schon in vorchristlicher Zeit bekannt und geschätzt, bevor sie von den spanischen Eroberern auch nach Europa gebracht wurde. Im Süden Europas wurde sie dann aufgrund der klimatischen Bedingungen schnell heimisch – nicht jedoch als Nahrungsmittel, sondern vielmehr als Zierpflanze, die fortan Festtafeln, Innenhöfe und Gärten schmückte. Speziell bei den Briten und in den nördlichen Ländern Europas galt sie lange Zeit als hochgiftig, da es dort in gehobenen gesellschaftlichen Kreisen unerklärliche Todesfälle nach dem Genuss von Tomaten gegeben hatte. Wie sich später jedoch herausstellte, lag dies nicht an den völlig zu Unrecht verdächtigten Tomaten: Das Problem war vielmehr, dass die Tomaten aus den damals gern verwendeten Hartzinn-Schalen und -Tellern das darin enthaltene Blei gezogen hatten, was in manchen Fällen zu tödlichen Vergiftungen führte.

Warum der Genuss von Tomaten sehr zu empfehlen ist
Einmal abgesehen von ihrem guten Geschmack spricht auch aus gesundheitlicher Sicht einiges für die roten Früchte. Denn was Sebastian Kneipp aus historischen Gründen verwehrt blieb, konnten forschende Mediziner mittlerweile nachholen und ihre Vorzüge aus medizinischer Sicht entdecken: So enthalten Tomaten eine Vielzahl von Mineralstoffen und Vitaminen, wie Kalium oder wertvollem Vitamin C. Besonders hervorzuheben sind die Carotinuide, allen voran Lycopin, das nicht nur für die rote Farbe von Tomaten verantwortlich ist. Und es kommt hauptsächlich in Tomaten vor! Die Forschung konnte belegen, dass Lycopin nicht nur Alterungsprozessen entgegenwirkt, sondern auch zur Krebsprävention beitragen kann. Darüber hinaus kann Lycopin das Risiko von Herz- Kreislauferkrankungen senken.

Aber bitte nur Bio!
Gerade bei Tomaten sollten Sie beim Kauf den Aspekten Umweltschutz und Nachhaltigkeit größten Wert beimessen: Die industrielle Landwirtschaft insbesondere in Südeuropa produziert Tomaten unter höchst problematischen Bedingungen: So erfolgt der Anbau zum Beispiel in Spanien unter Tausenden von Hektar Plastikfolie, man verwendet Pestizide und benötigt für den Anbau Unmengen von Grundwasser, die nicht mehr durch Regenfälle kompensiert werden können. Um ökologisch sinnvoll zu handeln, verwenden Sie am besten Bio-Produkte – idealerweise aus regionaler Landwirtschaft. Alternativ dazu können ambitionierte Hobby-Gärtner natürlich auch ihre eigene Tomatenkultur im Garten oder auf dem Balkon anlegen.

Noch einmal zurück zu den Italienern: Unser Rezept für Tomatensauce – einfach, schnell und lecker
Die Tomatensauce ist natürlich der Klassiker für alle Pasta-Gerichte und ziemlich einfach zuzubereiten.

Sie benötigen:
• hitzebeständiges Olivenöl
• 2 Knoblauchzehen
• eine mittelgroße (rote) Zwiebel
• ca. 750 g gehackte Tomaten – frisch oder aus dem Glas
• Thymian, Basilikum und Majoran

Erhitzen Sie zwei bis drei Esslöffel Olivenöl in einem Topf und dünsten Sie die gewürfelten Zwiebeln und den fein gehackten Knoblauch auf kleiner oder mittlerer Flamme glasig. Geben Sie anschließend die gehackten Tomaten hinzu und lassen Sie das Ganze ca. 20 bis 25 Minuten köcheln. Zum Schluss würzen Sie die Sauce mit den Kräutern, Salz und Pfeffer. Wir wünschen guten Appetit!


Peter Kaprolat ist als Redakteur und Ideengeber für Tourismusverbände, Reiseanbieter und Gesundheitsdienstleister tätig – unter anderem auch für die Kneipp Premium Class.
Mit seiner Kommunikationsagentur 7eins unterstützt er Unternehmen bei deren digitaler Ausrichtung.