Es muss nicht immer der Mt. Everest sein

Wandern ohne Gipfelstau

Als Ende Mai ein Pressebild den Gipfel des Mount Everest mit einer langen Schlange von Bergsteigern zeigte, hielten das einige zunächst für eine Foto-Montage. War’s aber nicht und die Süddeutsche erklärte das spektakuläre Foto zum „Bild der Woche“. Trotz aller Faszinationskraft taugen die prominenten Gipfel im Himalaya oder in den Alpen schon lange nicht mehr für ein idyllisches Naturerlebnis – mal abgesehen davon, dass selbst gut trainierte Körper von einem Aufenthalt in so großen Höhen überfordert sind.

Wie so häufig gilt auch bei der Fortbewegung auf zwei Beinen die immer wieder gern zitierte Goldene Regel „Weniger ist mehr!“ Nicht nur ganz im Sinne Sebastian Kneipps, sondern auch Ergebnis zahlreicher Studien ist die Erkenntnis, dass Wandern – in moderaten Höhen – ein Jungbrunnen und die pure Wonne für Körper, Geist und Seele ist!

Wandern: Nicht nur des Müllers Lust!

Bereits das Bild einer Landschaft anzuschauen soll bereits ausreichen, Puls und Blutdruck zu regulieren und Stress abzubauen. Aber so einfach machen wir es Ihnen natürlich nicht. Doch kein Grund zur Sorge – die gute Nachricht folgt gewissermaßen auf dem Fuße: Bereits 20 km pro Woche Gehen, Wandern oder Walken reichen aus, Ihrem Körper nachhaltig etwas Gutes zu tun! Damit vermindern Sie das Risiko von Herz-, Kreislauf- und Atemwegserkrankungen deutlich und stärken sowohl Ihr Immunsystem als auch Ihren Bewegungsapparat.

Positive Auswirkungen auf die Stimmung, die sich so ganz nebenbei einstellen, sind übrigens nicht eingebildet, sondern pure Biochemie: Längeres Gehen verändert den Stoffwechsel und fördert die körpereigene Produktion von Serotonin und Dopamin – Botenstoffe, die im Volksmund auch „Glückshormone“ genannt werden.

Damit Sie gleich in Übung kommen, sollten Sie nicht auf den Urlaub warten, sondern am besten direkt heute in der Heimat anfangen: So kommen Sie schon ein wenig in Übung, sofern es während der Ferien dann doch mal etwas höher hinausgehen sollte …

Bergwandern: Höhentraining auch für Normalos

Während bei leichten Wanderungen ca. 300 bis 350 Kcal pro Stunde verbraucht werden, steigt die Verbrennung bei einer Bergwanderung auf über 500 Kcal/h. Ein Aufenthalt in mittleren Höhenlagen zwischen 1.000 m und 2.000 m hat noch eine weitere positive Nebenwirkung: Um dem Sauerstoffmangel in der sauerstoffärmeren Bergluft entgegenzuwirken, produziert der Körper mehr rote Blutkörperchen. Dieser Effekt, den die Medizin „Erythropoese“ nennt, steigert nicht nur die Leistungsfähigkeit von Spitzensportlern: Das „Höhentraining“ führt auch bei ganz normalen Menschen zu einer spürbaren Stärkung und einer beschleunigten Zellerneuerung. So bestätigt eine österreichische Studie, dass sich bei täglicher Bewegung in dieser Höhenlage der Sauerstoffgehalt im Blut bereits nach einem zweiwöchigen Urlaub deutlich verbessert.

Kneipp: Wandern in (fast) allen Höhenlagen

Indem Sie den einschlägigen Touristenhochburgen in der alpinen Bergwelt oder den Achttausendern im Himalaya gezielt aus dem Weg gehen, vermeiden Sie übrigens auch Extrembelastungen für Ihren Geldbeutel: So kostet allein die Erlaubnis, den Gipfel des Mount Everest zu erklimmen, ungefähr 10.000 EUR – mit Anreise, Ausrüstung und den Service-Leistungen vor Ort landen Sie leicht bei einem Vielfachen dieses Betrages. Die deutlich bessere Balance zwischen Körper, Seele, Geist und Konto finden Sie definitiv in den Heilbädern der Kneipp Premium Class zwischen Ostsee und dem Allgäu – mit einer fantastischen Auswahl von Wandertouren in allen moderaten Höhenlagen!

Redakteur
Peter Kaprolat

Kategorie: Bewegung