Kohl – das gesunde Gemüse

Kohl – ein Gemüse mit enormen Heilkräften – wird seit mehr als 4.000 Jahren kultiviert wird. Kohl ist kein deutsches Gewächs. Seine ursprüngliche Heimat ist die Mittelmeerregion. Die alten Ägypter haben ihm sogar göttliche Macht zugeschrieben. Kohl diente als Opfergabe und wurde bereits von den die alten Römern als Heilmittel zur Stärkung von Körper und Geist eingesetzt. Neue Studien zeigen, dass Kohl sogar vor Tumorerkrankungen schützen kann. Die mega-gesunde Kraft des Kohls liegt vor allem an seinem hohen Gehalt an Schwefel und Vitamin C – egal ob in Rot-, Weiss- oder Blaukohl.

Das zählt zum Kohlgemüse
Das Kohlgemüse ist vielfältig: Zu den bekanntesten Kohlsorten gehört neben dem klassischen Weiss- oder Rotkohl, auch Brokkoli, Grün- und Blaukohl, Rosenkohl, Spitzkohl, Kohlrabi, Blumenkohl, Wirsing, Chinakohl oder Pak Choi. Weltweit gibt es über 400 Kohlarten, allein in Deutschland werden jährlich rund 600.000 Tonnen geerntet. Und doch ist Kohl kein typisch deutsches Gemüse, erst im Mittelalter kam das Mittelmeer-Gemüse in den Norden – und gedeiht hier prächtig. Übrigens: Europas grösstes zusammenhängendes Anbaugebiet für Kohl liegt in Dithmarschen an der Westküste Schleswig-Holsteins. Hier werden jährlich mehr als 90 Millionen Kohlköpfe geerntet.

Vitamine, Vitamine
Hätten Sie es gewusst: Kohl zählt zu den Vitamin-Spitzenreitern unter den Gemüsesorten und wird sogar als das gesündeste Gemüse der Welt bezeichnet. Vor allem sein hoher Vitamin-C-Gehalt macht ihn zum Superfood. Dazu kommen jede Menge Vitamin A, B, Kalium, Kalzium, Phosphor, Eisen, Mineralstoffe, Magnesium, Folsäure, Eiweiss, Magnesium, Flavonoide und Ballaststoffe. Bereits 250 Gramm Weisskohl decken den Tagesbedarf an Vitamin C.

Mehr Kohl – weniger Krebs
Kohl ist der Spitzenreiter bei den natürlichen Krebsschutzmitteln. Chinesische Forscher haben herausgefunden, dass gerade bei Brustkrebs ein erhöhter Konsum von Gemüsesorten wie Weiss- und Rotkohl, Blumenkohl, Brokkoli oder Chinakohl das Risiko der Krebserkrankung um bis zu 15 Prozent reduzieren können. Verantwortlich dafür sind die in diesem Gemüse enthaltenen krebshemmenden und antibakteriellen Substanzen wie beispielsweise Milchsäurebakterien oder Eiweissbausteine. Auch bei Krebserkrankungen in Lunge, Magen oder Dickdarm hat der Verzehr von Kohl einen schützenden Effekt. Bei Dickdarmkrebs hat sich bei Studien gezeigt, dass Patienten, die mehrmals in der Woche Kohl gegessen haben, um 66 Prozent vermindertes Dickdarmkrebs-Risiko hatten.

Kohl – der Kneipp’sche Darmbesen
Sebastian Kneipp war ein glühender Verfechter von Kohl und Sauerkraut – sein Credo war: „der Tod sitzt im Darm“. Daher empfahl er, man solle dreimal am Tag eine kleine Portion Sauerkraut essen oder ein Glas Sauerkrautsaft trinken. Dieser sogenannte „Kneipp’sche Darmbesen“ ist ein altbewährtes wirksames Natur-Abführmittel. Die in Kohl – vor allem im Sauerkraut – enthaltenen Ballaststoffe fördern die natürliche Verdauung, entschlacken und senken den Cholesterinspiegel. Doch ist es heute kaum vorstellbar, dass Kohl früher sogar als Aphrodisiakum galt.

Wunderwaffe: Kohlwickel gegen Gelenkschmerzen
In einer Studie an der Universität Duisburg-Essen fanden Forscher heraus, dass Kohlwickel bei Gelenkschmerzen im selben Masse lindern wie eine Schmerzgel mit dem Wirkstoff Diclofenac. Für die Studie wurden 81 Teilnehmer in drei Gruppen eingeteilt: Die erste Gruppe bekam Kohlwickel gegen Knieschmerzen, die zweite Gruppe nahm ein Schmerzgel und die dritte Gruppe nahm keine speziellen Massnahmen vor. Das verblüffende Ergebnis: Nach vier Wochen hatten die Gruppen „Kohlwickel“ und „Gel“ die Schmerzen deutlich gemindert. Allerdings war die Beweglichkeit in der Wickel-Gruppe erheblich höher. Grund dafür sind die im Kohl enthaltenen Flavonoide und Senfglycoside, die deutlich Entzündungen hemmen und zusätzlich die Durchblutung fördern. Sie ziehen das Wasser aus dem Gewebe und lassen die Haut schneller abschwellen.

Anleitung für einen Kohlwickel
Die gewaschenen und trockenen Weisskohlblätter von der dicken Mittelrippe befreien, dann die Blätter in einem Tuch so lange walzen, bis Saft austritt. Anschliessend wickelt man das Tuch um die schmerzende Körperstelle und lässt den Wickel möglichst über Nacht wirken.
So hat Kohl unserer Gesundheit eine Menge zu bieten, lässt sich unkompliziert zubereiten, ist kalorienarm und ist zudem preiswert – und auch der Anbau im eigenen Garten ist übrigens schnell von Erfolg gekrönt.

 

Eva Tesar hat in Göttingen Philologie studiert. Seit über 20 Jahren arbeitet sie als selbständige Journalistin und PR-Expertin für Tourismus, Hotellerie, Gesundheit, Gourmet und Lifestyle. Eva Tesar lebt in Hamburg-Rotherbaum und arbeitet auch als Kommunikationscoach.

Kategorie: Heilpflanzen