Clean Eating

Über Sinn, Wahnsinn, Kneipp & Currywurst

Wir hoffen, Sie sind gut reingekommen, ins neue Jahr 2020! Und wir haben gleich zwei Fragen. Erstens: Haben Sie sich auch vorgenommen, sich dieses Jahr endlich gesund zu ernähren und sind bei der gedanklichen Vorbereitung auf die trendige Clean-Eating-Philosophie gestoßen? Und zweitens: Müssen Sie möglicherweise einräumen, dass Sie bereits jetzt schon das ein oder andere Mal gegen diesen wunderbaren Vorsatz verstoßen haben? Keine Sorge, wir tadeln Sie nicht. Vielmehr beglücken wir Sie mit einer guten Nachricht: Vom um sich greifenden Diät-, Fitness- und Selbstoptimierungswahn scheinen Sie noch ein gutes Stück weg zu sein. Und das ist auch gut so.

Doch wenn Sie nun unbedingt doch noch einen neuen guten Vorsatz brauchen, hätten wir diesen: Wie wäre es, den Urlaub in diesem Jahr in einem unserer Kurorte der Kneipp Premium Class zu verbringen? Das wäre sicher sinnvoll für Ihre Gesundheit, ist auf jeden Fall ziemlich einfach durchzuhalten und würde am Ende sogar noch Spaß machen!

Doch jetzt zurück zur gesunden Ernährung:

Zum Jahresanfang erleben neue (oder weniger neue) Diät- und Ernährungstrends in einschlägigen Frauen-, Männer- und Fitness-Magazinen immer wieder Hochkonjunktur: Trennkost, Mischkost, Rohkost, Mono, Paleo, Glyx, Formula – oder doch besser Low Carb und Low Fat?

„Je englischer, desto hipper“ scheint dabei eine neue Grundtendenz zu sein und vor diesem Hintergrund entwickelt sich „Clean Eating“ immer mehr zu einem Supertrend.

„Sauberes Essen“ – das kann ja gar nicht so schlecht sein …

Abnehmen, Fitness, Schönheit und ein bisschen Greta – das alles steckt hinter dem Clean-Eating-Konzept: Dabei gilt es, industriell verarbeitete Lebensmittel und künstliche Zusätze wie Farbstoff, Säuerungsmittel, künstliche Aromen, Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker und natürlich auch gentechnisch manipulierte Nahrung zu vermeiden. Empfohlen wird, idealerweise auf naturbelassene Bio-Produkte zuzugreifen und bei verpackten Lebensmitteln vor allem mit einem wachen Blick auf die Zutatenliste zu achten, um Mogelpackungen und flotten Werbeaussagen wie „fettreduziert“ (häufig = Geschmacksverstärker), oder „ohne Zucker“ (häufig = Süßstoffe) nicht auf dem Leim zu gehen. Gegen all dies gibt es nicht das Geringste zu sagen. Denn:

Das Ganze wusste Kneipp schon lange!

Dass es sinnvoll, gut und richtig ist, sich sein Essen selbst frisch zuzubereiten, sich ausgewogen und vielseitig zu ernähren, viel Obst, Gemüse und Salate zu sich zunehmen, bei Fisch und Fleisch etwas zurückhaltender zu sein, nach Möglichkeit auf saisonale und regionale Produkte zurückzugreifen und naturgerechten Vollkorn- und Milcherzeugnissen den Vorzug zu geben – das alles wusste schon Sebastian Kneipp zu einem Zeitpunkt, als das modern, sportlich und hip klingende „Clean Eating“ ganz einfach noch „gesunde Vollwertküche“ hieß.

Unsere Empfehlung also:

Essen Sie ruhig „clean“! Das ist schon eine feine Sache, solange keine dogmatische Morallehre oder ein individueller Perfektionierungswahn mit chronischem Zwang zur Top-Performance daraus wird! Denn das wäre definitiv ungesund!

Sofern Sie also schon wissen, dass Obst gesünder ist als Schokolade, ein Gemüseauflauf ernährungstechnisch die Schweinshaxe schlägt und Ihre Leber einfaches Wasser besser findet als einen Tequila Sunrise, dann können Sie im Grunde auf weiterführende Ratgeberliteratur oder Ernährungsforen verzichten.  Doch wenn es heute Abend gegen jedes bessere Wissen denn nun doch eine „böse“ Curry-Wurst sein soll, hier noch ein Tipp: Verzichten Sie auf den Lieferservice und gehen Sie zu Fuß zur Pommesbude! Dann haben Sie immerhin etwas Bewegung und sind sowohl im kneippschen als auch wörtlichen Sinne schon ein paar Schritte weiter.

Peter Kaprolat ist als Redakteur und Ideengeber für Tourismusverbände, Reiseanbieter und Gesundheitsdienstleister tätig – unter anderem auch für die Kneipp Premium Class. Mit seiner Kommunikationsagentur 7eins unterstützt er Unternehmen bei deren digitaler Ausrichtung.