Fasten - "Highsein" für Körper und Seele - Blog Kneipp Premium Class

Fasten – „Highsein“ für Körper und Seele

Es ist wieder so weit: Die Fastenzeit steht vor der Tür. Traditionell beginnt die Zeit des Fastens am Aschermittwoch und endet am Ostersamstag. 40 Tage bereiten sich die Katholiken durch das Fasten auf Ostern vor. Rein rechnerisch sind es 46 Tage, denn die sechs Sonntage werden nicht mitgezählt. Doch ob traditionell vor Ostern oder mal zwischendurch: Fasten und Verzicht sind heutzutage vielfältig: Alkoholgenuss, Zucker, Autofahren oder eine zu ausgeprägte Handy-Liebe – es gibt viele Bereiche, die zur vorübergehenden Enthaltsamkeit einladen und Körper und Seele gut tun.

 

Fasten liegt im Trend

Der Klassiker beim Fasten bleibt der Verzicht auf feste Nahrung. Das hat eine jahrtausendealte Tradition. Während die einen „nur“ auf Süssigkeiten, Alkohol oder Fleisch verzichten, entscheiden sich die anderen für das Leben komplett ohne feste Nahrung. Ob aus religiösen oder aus gesundheitlichen Gründen – weltweit erfreut sich das Fasten ungebrochener Beliebtheit bei Millionen Menschen. Doch Vorsicht: Fasten ist nicht für jeden geeignet. Bei chronischen Krankheiten, niedrigem Blutdruck, Gallenproblemen, Herz- und Nierenerkrankungen, Magersucht, Depression oder Diabetes sollte nicht oder nur unter ärztlicher Aufsicht gefastet werden. Doch auch Gesunde sollten vorab ihren Arzt konsultieren, um zu entscheiden ob und wie lange gefastet werden darf.

Was ist Fasten?

Wer fastet, verzichtet für einen begrenzten Zeitraum freiwillig auf Essen und Genussmittel (Alkohol, Koffein, Nikotin) und lebt von seinen körpereigenen Fettreserven. Für den Organismus bedeutet es, dass er quasi aus sich heraus lebt. In der Menschheitsgeschichte war diese Fähigkeit eine wichtige Überlebensstrategie bei Hungersnöten. Auch heute in Zeiten des Überflusses tut es gut, für einen überschaubaren Zeitraum auf feste Nahrung zu verzichten und die Ernährung auf Obst- und Gemüsesäfte, Tee und Honig zu reduzieren, um den Körper mit den nötigen Nährstoffen zu versorgen.

Ist Fasten zum Abnehmen geeignet?

Nein. Zum langfristigen Abnehmen ist das Fasten nicht geeignet – wer seine Pfunde nachhaltig purzeln lassen möchte, wählt besser das Intervallfasten. Im Wesentlichen gibt es zwei Varianten des Intervallfastens: Die 5:2-Methode – man isst an fünf Tagen normal und an zwei Tagen maximal 600 Kalorien. Beliebter ist die 16:8-Variante: Hierbei darf man an acht Stunden am Tag essen und 16 Stunden wird gefastet. Ob man dabei lieber auf das Frühstück oder das Abendessen verzichtet, entscheidet jeder für sich selbst.

Gesundbrunnen für Körper, Geist und Seele

Fasten ist eine ideale Gelegenheit, aus dem hektischen Alltag auszusteigen, sich neu zu ordnen und auf sich selbst zu besinnen – weg vom Terminkalender, raus aus dem Job, ohne Fernsehen, Handy und Medien. Statt der Reizüberflutung von aussen sich selbst begegnen, ungestört seinen inneren, häufig unentdeckten Stärken nachspüren, zur Ruhe kommen und die innere Balance wiedergewinnen. Beim Fasten wird die Selbstdisziplin effektvoll trainiert – das verleiht Kraft und bringt überraschende Erkenntnisse und Impulse für das eigene Leben. Viele Menschen entwickeln nach dem Fasten ein neues Körperbewusstsein, fühlen sich selbstbewusster und erleben einen regelrechten Motivationsschub – beispielsweise um tatsächlich seine Essgewohnheiten zu verändern. Zum allgemeinen psychischen Leichtigkeitsgefühl kommt körperliche Vitalität, höhere Belastbarkeit sowie die Stärkung der eigenen Abwehrkräfte.

Tipps für erfolgreiches Durchhalten:

1. Keine Ablenkung: Priorität hat nur das, was Körper und Seele wirklich gut tut (ausser essen natürlich): Atemübungen, Lesen, den nächsten (Nach-Corona-)-Urlaub planen, Tagebuch schreiben, ruhen…

2. Moderate Bewegung: Spazierengehen, leichtes Joggen oder Yoga sparen Energie und bewahren die Muskeln vor Eiweissabbau. Extremsport ist Tabu.

3. Wohltuende Wärmezufuhr: Im Fastenmodus sinkt die durchschnittliche Körpertemperatur um bis zu ein Grad. Die Folge: Frieren, Frösteln und kalte Füsse. Heisser Tee (eventuell mit etwas Honig), eine oder mehrere Wärmflaschen und die passende Kleidung sorgen für gute Stimmung. Ein warmes Voll- oder Fussbad mit Lavendel- oder Melisse-Aroma entspannt und beruhigt. Wer den Tag mit warm-kalten Wechselduschen beginnt, bringt den Herz-Kreislauf in Schwung und fördert die wohltuend wärmende Blutzirkulation.

4. Stress vermeiden: Termine und Alltagspflichten sollte man auf hintere Rangplätze verbannen. Anfänger sollten ihren Erstversuch möglichst in den Urlaub legen.

5. Konsequentes Streichen von Genussmitteln: Nikotin, Koffein, Alkohol oder auch Appetitzügler gehören nicht zum vernünftigen Fasten.

6. Trinken, trinken, trinken: Wasser und zuckerfreie Tees sind erlaubt – gern auch über den Durst, Minimus sind zwei bis drei Liter täglich. Das tut dem Kreislauf gut und hält den Darm fit.

7. Kneipp’s Einschlaftipp: Während des Fastens steigt die Konzentration der Hormone Adrenalin und Serotonin. Das wird einerseits als Energieschub wahrgenommen – führt jedoch häufig zu Schlafstörungen. Ein bewährtes Einschlaf-Ritual ist Kneipp’s Wassertreten: Mit den Füssen wie ein Storch das kalte Wasser „treten“ (beispielsweise in der Badewanne) – dabei die Füsse möglichst bis zu den Knien mit Wasser bedecken. Die Wassertemperatur sollte so kühl sein, wie es noch angenehm ist. Das Wasser anschliessend nur abstreifen, nicht abtrocknen. Das macht den Kopf frei, regt den Stoffwechsel an, stärkt das Immunsystem – und ist die perfekte Einschlafhilfe.

Fazit:

Während des Fastens zu Hause lautet das Motto einzig und allein „Selbstfürsorge first“. Bei stationären Fastenkuren sind neben Entspannungsübungen und leichten Sportaktivitäten Kneipp’sche Anwendungen ein fester Bestandteil der Fastentage.

 

 

Eva Tesar hat in Göttingen Philologie studiert. Seit über 20 Jahren arbeitet sie als selbständige Journalistin und PR-Expertin für Tourismus, Hotellerie, Gesundheit, Gourmet und Lifestyle. Eva Tesar lebt in Hamburg-Rotherbaum und arbeitet auch als Kommunikationscoach.

Kategorie: Ernährung