Herzinfarkt: Erhöhtes Risiko im Winter

„Vorbeugen ist besser als heilen.“ Sebastian Kneipp

Rund 250.000 Menschen erleiden jedes Jahr einen Herzinfarkt, für 30% verläuft der Infarkt tödlich. Damit gehört die Erkrankung in Deutschland zu einer der häufigsten Todesursachen. Doch nur wenige wissen: Gerade im Winter sollten vor allem Herzkranke aufpassen, denn Herzinfarkt kann auch durch Kälte verursacht werden. In einer schwedischen Langzeitstudie mit knapp 300.000 Patienten wurde nachwiesen, dass an besonders kalten Tagen die Zahl der Herzinfarkte steigt.

Gerade Herzpatienten sollten daher bei frostigen Wintertemperaturen vorsichtig sein und anstrengende Tätigkeiten wie beispielsweise Schneeschippen vermeiden. Doch auch gesunde Menschen können betroffen sein. Wer aus dem Haus hinaus in die Kälte geht und Symptome wie Atemnot und plötzliche Schmerzen, ein Brennen oder Druck im Brustkorb verspürt, sollte die Symptome nicht auf die leichte Schulter nehmen: Es könnten Anzeichen für einen Herzinfarkt sein.

Hier erfahren Sie einige Tipps zu einem gesunden Lebensstil, die das Herzinfarktrisiko nicht nur in der kalten Jahreszeit effektiv verringern können.

Moderate Bewegung schont das Herz

Bei starker Kälte verengen sich die Herzgefäße und der Herzmuskel kann nicht mit genügend Blut und Sauerstoff versorgt werden. Die Folge: Der Blutdruck steigt, da sich gleichzeitig im gesamten Körper die Gefäße verengen und das Herz gegen einen größeren Widerstand anpumpen muss. Wer gesund durch den Winter kommen und einem Herzinfarkt vorbeugen möchte, sollte jedoch auf regelmäßige und ausdauernde Bewegung nicht verzichten, denn dadurch werden die Herzkranzgefäße auf Trab gehalten. Empfehlenswert ist daher gemäßigte Aktivität wie ein Mittagsspaziergang an der frischen Luft oder eine moderate Trainingseinheit in der Schwimmhalle. Ballsportarten, die einen übermäßigen Ehrgeiz wecken, sind dagegen weniger gut geeignet.

„Mehr von der Pflanze, weniger vom Tier.“ Sebastian Kneipp

Übergewicht sowie ungesunde Ernährung sind neben Bewegungsmangel weitere Risikofaktoren. Einfache, abwechslungsreiche Kost, die den Körper mit ausreichend Mineralstoffen und Vitaminen versorgt, ist daher sehr empfehlenswert. Auf kalorienhaltige Nahrung wie Süssigkeiten und Knabbereien sollte verzichtet werden. Gesunde Ernährung nach Kneipp heisst ein Speiseplan mit viel Obst und Gemüse und weniger Fleisch. Ein Verzicht auf tierische Produkte und eine Umstellung auf rein vegetarische oder vegane Kost ist nicht notwendig. Wohl aber eine bewusste Ernährung. Hilfreich für den Anfang könnte die Erstellung eines Ernährungsplans sein, mit dem man sich wohl fühlt. Ein guter Start in den Tag ist beispielsweise ein Müsli ohne Schnickschnack wie Trockenobst und exotische Beimischungen wie Goji. Müsli liefert Kohlenhydrate, Ballast- und Mineralstoffe. Ausserdem Vitamin B und E. Zwischendurch frisches Obst – am besten heimische Obstarten je nach Saison. Mittags Pasta mit Möhren und Broccoli und am Abend einen bunten Brotzeit-Teller mit Vollkornbrot, Käse, Schinken und Salatgurke. Fazit: Ernährung mit primär pflanzlichen möglichst regionalen, frischen und unverarbeiteten Zutaten ist gesund und senkt das Herzinfarktrisiko.

Schutz vor Stress

Negativer Stress belastet das Herz – dazu gehören vor allem psychische Belastungen wie Mobbing am Arbeitsplatz, ungelöste Konflikte in der Familie oder ein Trauerfall. Ein emotionaler Stress dieser Ausprägung steigert das Herzinfarktrisiko auch bei Menschen ohne nachgewiesene Vorerkrankung an den Herzgefässen. Ein Stau auf der Autobahn gehört dagegen zum weniger relevanten Alltagsstress. Ein bewusster Umgang mit Stresssituationen sowie Stressreduktion gehören zu den wichtigsten Faktoren der Prävention. Entspannungstechniken wie Tai Chi, autogenes Training, Joga oder einfach ein gutes Buch lesen sind nur eine kleine Auswahl an Maßnahmen zum Stressabbau. Welche Entspannungstechnik für die richtige ist, ist höchst individuell: Während der eine bei körperlichen Betätigung seinen Stress abbaut, benötigt der andere eher Ruhe und der dritte eine Gruppen-Atmosphäre. Wenn eine Methode zur Entspannung führt, ist sie gut und richtig.

Verzicht auf Genussmittel beugt vor

Das weiß jedes Kind: Zucker, Nikotin und Alkohol sind ungesunde Genussmittel – im übrigen zählt dazu auch die E-Zigarette, deren regelmäßiger Konsum ebenfalls zum Herzinfarkt führen kann.

Die einzige Möglichkeit, Herzinfarkt vorzubeugen bleibt, auf Rauchen und andere schädliche Genussmittel zu verzichten und ein gesundes Leben zu führen.

Im Falle des Falles

Im Winter ist der Blutdruck häufig erhöht, daher ist regelmäßige Kontrolle sehr wichtig. Auch die Einnahme der Medikamente sollte in der kalten Jahreszeit in Absprache mit dem Arzt gegebenenfalls angepasst werden. Und: Im Falle des Falles ist schnelles Handeln wichtig: Kleider lösen, hochlagern, die Seele beruhigen – und den Arzt rufen.

Redakteurin
Eva Tesar

Kategorie: TOP Themen