Kennen Sie eigentlich Ihren ökologischen Fußabdruck?

Über Greta, Kneipp und das Klima

Alle reden über das Klima. Doch schon bei den Begrifflichkeiten scheiden sich die Geister: Ist das Wort „Klimawandel“ nicht viel zu harmlos und eigentlich ein Euphemismus? (Denn gegen Wandel an sich ist ja erstmal nichts einzuwenden!) Sollte man daher nicht besser von der „Klimakatastrophe“ reden, um die Bedrohung und den akuten Handlungsbedarf zu betonen? Auf der anderen Seite lästert Kabarettist Dieter Nuhr über Greta Thunberg, während Jörg Kachelmann vor „wissenschaftlichem Unfug auf allen Seiten“ warnt und zur Sachlichkeit mahnt: „Bleiben Sie aufmerksam und kritisch!“ Er betont allerdings auch nachdrücklich, dass es keinen vernünftigen Zweifel an einem substantiellen menschlichen Anteil am Klimawandel gebe. Reden wir also sachlich über Fakten. Ihren ökologischen Fußabdruck, beispielsweise. Und darüber, dass ein Kneippurlaub bei weitem klimafreundlicher ist als eine Fernreise in die Karibik.

Vorher noch einmal zu Greta Thunberg. Man kann sie vielleicht für hysterisch halten oder dafür kritisieren, dass sie Jugendliche zum Schuleschwänzen auffordert. Doch sie hat etwas erreicht, was selbst renommierten Wissenschaftlern seit knapp 40 Jahren nicht gelungen ist. Bereits 1980 warnte die Studie „Global 2000“ eindrücklich vor damals schon absehbaren Umweltproblemen und Klimaveränderungen. Auch sämtliche nachfolgenden Appelle von engagierten Menschen, nach Alternativen zur umweltzerstörenden Ideologie des ewigen Wachstums zu suchen, blieben nahezu unbeachtet. Erst mit „Fridays for Future“ fand das Thema weltweite Resonanz und bewegt seitdem die Gemüter und die politische Debatte. Sieht man von rechtspopulistischen Strömungen ab, überschlagen sich heute Politiker aller Parteien mit klimafreundlichen Bekenntnissen: Dass Markus Söder endgültig zu den Grünen wechselt, scheint mittlerweile nur noch eine Frage der Zeit.

Kommen wir jetzt aber zum „Ökologischen Fußabdruck“. Ihrem ökologischen Fußabdruck.

Ein kurzer Test: Wie viele Planeten brauchen Sie?

Unter www.fussabdruck.de können Sie herausfinden, wie umweltverträglich genau Ihre Lebensweise ist. Nach Ihren Antworten auf insgesamt 13 Fragen zu den Bereichen Essen, Wohnen, Konsum und Mobilität erhalten Sie eine grobe Einschätzung zu Ihrem „ökologischen Fußabdruck“. Eine Warnung vorneweg: Machen Sie den ersten Versuch am besten ohne Zeugen, damit es Ihnen nicht so geht wie dem Autor dieser Zeilen. Dass mein subjektiv eigentlich recht bescheidener Lebenswandel (z.B. ohne Automobil) übertragen auf alle Menschen dieser Erde doch noch immerhin knapp drei Planeten in Anspruch nehmen würde, gab Anlass zum Nachdenken. Über Kneipp, zum Beispiel.

Kneipp & Klima

Auch wenn zu Lebzeiten Kneipps das Thema Klimawandel noch in weiter Ferne lag, ist seine Lehre aus heutiger Sicht ökologisch absolut vorbildlich. Betrachten wir seine fünf Säulen einmal vor diesem Hintergrund: Der Ressourcenverbrauch und die Energie-Intensität der Wasseranwendungen bleiben im verträglichen Rahmen, derweil heilende Kräuter klimafreundlich wachsen und deren Einsatz in jeder Hinsicht umweltverträglich ist. Seine Vorstellungen von einer gesunden Ernährung mit (wenn überhaupt) geringem Fleischanteil und Produkten aus der Region erfordern weder Massentierhaltung noch landwirtschaftlichen Raubbau oder lange Transportwege. Ein „Leben in Bewegung“ im Kneippschen Sinne ist definitiv motorfrei, während die fünfte Säule „Balance“ geradezu den Kern aller ökologischen Ideale trifft: So zielt dieser Aspekt nicht nur darauf ab, das innere Gleichgewicht zu bewahren, sondern beinhaltet auch die Forderung, in harmonischem Einklang mit der Natur zu leben. Kurzum und – zugegeben – etwas flapsig formuliert:

Greta Thunberg würde (vermutlich) einen Kneipp-Urlaub machen.

Nicht zuletzt wahrscheinlich auch deshalb, weil die Kurorte der Kneipp Premium Class problemlos völlig ohne Flugzeug oder Kreuzfahrtschiff erreichbar sind. Auch von Schweden aus. Gretas Aktivitäten werden einen solchen Urlaub momentan sicher kaum zulassen – doch eines Tages wird sie ihn brauchen, um ihr inneres Gleichgewicht wiederzufinden und nicht geradewegs auf ein Burnout zuzusteuern. Drücken wir ihr die Daumen, dass ihr das gelingt!

Peter Kaprolat ist als Redakteur und Ideengeber für Tourismusverbände, Reiseanbieter und Gesundheitsdienstleister tätig – unter anderem auch für die Kneipp Premium Class. Mit seiner Kommunikationsagentur 7eins unterstützt er Unternehmen bei deren digitaler Ausrichtung.

Kategorie: TOP Themen