Kurkuma – das asiatische „Gewürz des Lebens“

Kurkuma senkt den Cholesterinspiegel, wirkt nachweislich antioxidativ und entzündungshemmend – adäquat zum Wirkstoff Ibuprofen – und könnte sogar vor Krebs und Alzheimer schützen. In der chinesischen und indischen Ayurveda-Medizin wird die Heilkraft der goldenen Knolle seit Tausenden von Jahren genutzt – wir erläutern, was Kurkuma wirklich kann.

Was ist Kurkuma?
Die knallig gelbe Gewürzknolle ist mehr als zwölf Millionen Jahre alt und eines der bekanntesten Gewürze aus der asiatischen Küche. Doch Kurkuma kann mehr als Würzen und wird auch als Farbstoff (E100 – zum Beispiel bei Senf oder Margarine) und als Heilmittel verwendet. Der Venezianer Marco Polo beschrieb als erster Europäer die kostbare Pflanze, die über die Seidenstrasse nach Europa kam. Die Wurzel gehört zur Familie der Ingwergewächse und wird vor allem in Südostasien geerntet. Wie Ingwer speichert auch Kurkuma primär in den unterirdisch wachsenden Trieben – den sogenannten Rhizomen – besonders viele Nährstoffe.

Kurkuma in der Phytomedizin
Im asiatischen Raum und vor allem in Indien gilt Kurkuma seit Jahrtausenden als bedeutende traditionelle Heilpflanze mit rund 720 Inhaltsstoffen – doch der wichtigste Wirkstoff ist der Farbstoff Curcumin, der auch hierzulande als Phytomedizin vor allem bei Menschen mit Magen-Darm-Beschwerden (zum Beispiel Blähungen) oder erhöhten Leberwerten eingesetzt wird.

Wie effektvoll ist Kurkuma tatsächlich – das sagt die Wissenschaft
In hunderten von wissenschaftlichen Studien wurde die Wirkung von Curcumin untersucht – mit eindeutig positiven Ergebnissen: In Labortests konnte xnachgewiesen werden, dass Kurkuma das Wachstum von Krebszellen hemmt und diese frühzeitig absterben lässt. Auch kann Kurkuma die Zellen empfindlicher machen gegen Chemo- und Bestrahlungstherapie.
Tierversuche haben ausserdem die Erkenntnis erbracht, dass Curcumin die Hirnleistung verbessert – und somit vor Alzheimer schützen könnte, entzündungshemmend wirkt und sich positiv auf das Immunsystem auswirkt. Das klingt erfolgversprechend – eine aussagekräftige Wirkung für den Menschen lässt sich davon zum aktuellen Zeitpunkt jedoch nicht ableiten, da diese Ergebnisse grösstenteils in Experimenten mit isolierten Zellen oder mit nur einer geringen Zahl an menschlichen Teilnehmern erbracht wurden. So bedarf es weiterer Studien, denn auf dieser Grundlagenforschung ist eine gesicherte Indikation derzeit nicht möglich.

Und doch: Kurkuma wirkt!
Von der Schulmedizin anerkannt ist, dass Kurkuma unbestritten entzündungshemmend wirkt sowie die Gallenproduktion und die Fettverdauung anregt – und somit ein unangenehmes Völlegefühl sowie Blähungen verhindert. Als sinnvoll angesehen wird der Einsatz von Kurkuma beispielsweise beim Reizdarm-Syndrom sowie bei entzündlichen Erkrankungen im Darm und in den Gelenken. Auch beim hohen Cholesterinspiegel, Adiposita, Diabetes, Arteriosklerose oder Herzerkrankungen wirkt Kurkuma positiv.

Auf die Dosis kommt es an
Die EFSA (European Food Safety Authority) hat im Jahr 2010 empfohlen, bis zu höchstens zwei Milligramm Curcumin pro Kilogramm Körpergewicht zu verzehren. Curcumin ist fettlöslich und wird daher vom Körper sehr schnell abgebaut. Somit kann Kurkuma bedenkenlos mehrmals täglich verzehrt werden (beispielsweise als Bestandteil einer Currymischung). Schwangere und Stillende sollten auf Kurkuma generell verzichten.

Kurkuma-Boom
Tausende Tonnen Kurkuma werden jährlich nach Deutschland importiert und als exotisches Gewürz zum Beispiel gebratenem Pfannen-Gemüse („Stir-Fry“), Brühe, Hummus oder einem Smoothie beigegeben. Weltweit beliebt ist die „goldene Milch“ – das ayurvedische Getränk schmeckt hervorragend, hat eine belebende Wirkung, macht leicht satt und ist eine ideale Alternative zu Kaffee.

Rezept für die goldene Milch – „Kurkuma Latte“
Zutaten für eine Portion
1 Tasse Milch (Kuh, Hafer, Mandel, Kokos, Soja)
1/4 Tasse Wasser
1 Teelöffel Kokosöl
1/2 Teelöffel gemahlene Kurkuma
1/2 Teelöffel Zimt
1/4 Teelöffel Ingwer
eine Prise gemahlener Pfeffer (verstärkt die Wirkung von Kurkuma um ein Vielfaches)
1 Teelöffel Honig

Zubereitung: Ingwer schälen und fein reiben. Alle Zutaten in einem Topf oder einer Pfanne mischen und unter Rühren aufkochen. Bei schwacher Hitze etwa acht Minuten köcheln. In eine Tasse giessen und geniessen.

Eva Tesar hat in Göttingen Philologie studiert. Seit über 20 Jahren arbeitet sie als selbständige Journalistin und PR-Expertin für Tourismus, Hotellerie, Gesundheit, Gourmet und Lifestyle. Eva Tesar lebt in Hamburg-Rotherbaum und arbeitet auch als Kommunikationscoach.

Kategorie: Heilpflanzen