Bäume umarmen und Baden im Wald - wie funktioniert Waldbaden richtig?

Von der Verrücktheit, Bäume zu umarmen

Und hätten Sie gedacht, dass Japaner im Wald baden?

Wenn von gewissen Menschen die Rede ist, die im Wald Bäume umarmen, geht dies häufig mit dem Unterton „Nicht mehr alle Latten am Zaun“ einher und wird gemeinhin für verrückt gehalten. Wenn andererseits andere Menschen mit mehr als 200 km/h über deutsche Autobahnen rasen oder sehr stolz darauf sind, in einem Ballerspiel von Level 2 auf Level 3 aufgestiegen zu sein, gilt das als relativ normal. Auch finden es nur wenige befremdlich, wenn moderne Menschen nur noch eine Hand zur Verfügung haben, weil sich in der anderen wie festgewachsen das Smartphone befindet. Was ist verrückt? Was ist normal? Es scheint an der Zeit, über diese Fragen noch einmal neu nachzudenken. Reden wir über Japaner, Kneipp und das Waldbaden.

Das moderne Japan verbindet man eigentlich vor allem mit Hightech, wie beispielsweise der Entwicklung von Hochgeschwindigkeitszügen, die es auf über 600 km/h bringen. Doch auch bei der wissenschaftlichen Erforschung der wohltuenden Wirkung des Waldes auf die menschliche Gesundheit ist man in Japan etwas schneller als in der übrigen Welt.


„Shinrin-Yoku“ – Waldtherapie gegen Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs

Dass die japanische Natur-Therapie „Shinrin-Yoku“ (was übersetzt etwa „Baden in der Waldluft“ bedeutet) stressreduzierend und stimmungsaufhellend wirkt, erscheint vielleicht noch naheliegend. So ein Waldspaziergang tut irgendwie gut – das hat vermutlich nahezu jeder schon einmal gespürt. Doch inzwischen haben Studien der Nippon Medical School und der Universität Chiba auch untermauert, dass die „Waldtherapie“ nachweislich die Behandlung von Erkrankungen des Herz- Kreislauf-Systems, Bluthochdruck und sogar Krebserkrankungen wirksam unterstützt.


Sieh, das Gute liegt so nah …

Das Schöne am heilenden Waldbaden ist, dass Sie dafür keineswegs eine Fernreise unternehmen müssen. Im Grunde spricht nichts dagegen, sofort zu einem kurzen „Schnupperkurs“ in einen Wald in Ihrer Nähe aufzubrechen und die gesundheitsfördernde Atmosphäre von Bäumen auf sich wirken zu lassen. Dabei sollten Sie das „Schnuppern“ durchaus wörtlich nehmen: Durch das Einatmen der Waldluft steigt die Anzahl der körpereigenen Killerzellen um bis zu 50 % an: Dies stärkt das Immunsystem zum Beispiel bei der Abwehr von Erkältungskrankheiten.


Waldtherapie in den Heilbädern der Kneipp Premium Class

Auch wenn Sebastian Kneipp noch nicht auf Forschungsergebnisse zurückgreifen konnte, war ihm bereits im 19. Jahrhundert der gute Einfluss des Waldes auf die menschliche Gesundheit bewusst. So ist es kein Zufall, dass auch in Deutschland die Idee der Waldtherapie weiterverfolgt wird: Mittlerweile bildet der Kneippärztebund e.V. Wald-Gesundheitstrainer aus, die waldspezifische Naturheilverfahren gezielt nutzen.

Wenn Sie von den gesundheitsfördernden Effekten des Waldklimas etwas ausgiebiger – zum Beispiel im Rahmen eines (Kurz-)Urlaubes – profitieren möchten, finden Sie übrigens in den Heilbädern der Kneipp Premium Class zahlreiche Möglichkeiten.


Und wie verrückt ist es nun, Bäume zu umarmen?

Allgemeine Aussagen über „Normalität“ und Abweichungen davon zu treffen, ist immer heikel. Unser Vorschlag: Nutzen Sie den nächsten Waldspaziergang und probieren Sie es aus!

Wenn es Ihnen komisch vorkommt, machen Sie das Experiment am besten allein und so, dass Sie niemand sehen kann. Vergessen Sie für einen Moment alle Vorbehalte und Bedenken, umarmen Sie einen Baum und lassen Sie ihn auf sich wirken: Seinen Geruch, seine Stärke, seine Lebensenergie, seine entspannte Ruhe. Erleben Sie ganz bewusst den unmittelbaren Kontakt mit der Natur, nehmen Sie einen tiefen Atemzug und entscheiden Sie dann selbst:


Ist das verrückt? Und – wenn ja: Muss Sie das wirklich stören?

Peter Kaprolat ist als Redakteur und Ideengeber für Tourismusverbände, Reiseanbieter und Gesundheitsdienstleister tätig – unter anderem auch für die Kneipp Premium Class. Mit seiner Kommunikationsagentur 7eins unterstützt er Unternehmen bei deren digitaler Ausrichtung.