Wie ungesund ist Salz? Konsum, gesunde Ernährung & Wirkung auf den Körper

Wie (un)gesund ist Salz?

Ohne Salz kann der Mensch nicht überleben: es reguliert den Blutdruck und den Flüssigkeitshaushalt – und ist wichtig für die Funktion von Muskeln, Nerven und des Stoffwechsels. Auch beim Knochenbau und bei der Verdauung geht ohne Salz nichts. Dennoch geniesst das Mineral nicht den besten Ruf, denn zu hoher Konsum kann zu Nierenschäden, Bluthochdruck und Schlaganfällen führen.

Salz – das weisse Gold
Einst galt Salz als Geschenk der Götter, wurde mühsam gewonnen und teuer gehandelt. Wie wertvoll das Salz ist, hat der römische Gelehrte Cassiodorus präzise erkannt: „Der Mensch kann ohne Gold, aber nicht ohne Salz leben“, schrieb er bereits im sechsten Jahrhundert. Heute ist Salz ein billiges und sehr beliebtes Gewürz. Ähnlich wie bei Schokolade hat das menschliche Gehirn auch beim Verzehr von Salz ein Belohnungssystem installiert und schüttet das Glückshormon Dopamin aus. Möglicherweise ist auch das der Grund dafür, warum die Menschen so viel Lust auf Salz haben: Durchschnittlich nehmen Männer in Deutschland täglich 10 g Salz zu sich, Frauen 8,4 g. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlene Obergrenze liegt für beide Geschlechter allerdings bei 6 g Salzkonsum pro Tag – das entspricht etwa einem Teelöffel Salz. Doch die weissen Körner aus dem Salzstreuer fallen dabei kaum ins Gewicht. Das meiste Salz steckt in Lebensmitteln wie Brot, Käse oder Wurst sowie in Fertigprodukten – allein in einer Tiefkühlpizza stecken bis zu 4,5 g Salz.

Salz – ein Risikofaktor
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland Todesursache Nummer eins. Doch wie ungesund ist Salz wirklich? Zu Risikofaktoren wie Alter, Rauchen, Diabetes oder mangelnde Bewegung gesellt sich auch zu viel Kochsalz: Es erhöht den Blutdruck und belastet das Herz, die Nieren und sogar das Gehirn. Allesamt mögliche Ursachen für einen Schlaganfall.

Für den menschlichen Organismus ist das Natriumchlorid – so die chemische Bezeichnung für Salz – zwar lebensnotwendig und wird neben dem bereits erwähnten Aufgabenkomplex benötigt, um Krankheitserreger abzutöten oder die Verdauung zu unterstützen.

Dass der Salzkonsum über die Gesundheit und die Lebensdauer entscheidet, hat eine Studie in China bestätigt, welche mit rund 21.000 Personen für einen Zeitraum von fünf Jahren durchgeführt wurde: In derjenigen Gruppe, die mit einem Salzgemisch aus gewöhnlichem Salz und Kaliumchlorid versorgt wurde – also salzreduziert gekocht hat, gab es weniger Herzinfarkte. Auch starben weniger Personen.
Kalium wirkt in der menschlichen Zelle wie eine Art Gegenspieler von Kochsalz und spielt eine wichtige Rolle bei der Muskelkontraktion, der Herzfunktion und der Regulation des Blutdrucks.

In Grossbritannien beispielsweise muss sich die Lebensmittelindustrie sowie die Speisen in Restaurants oder bei Lieferdiensten verbindlich an den vorgegebenen Salz-Grenzwert halten. Eine derartige Strategie wäre auch in Deutschland denkbar.

Fazit
Salz ist lebensnotwendig und der Körper benötigt sowohl Natrium als auch Chlorid dringend. Dennoch sollte man den Salzkonsum nicht übertreiben. Wer Salz einsparen will, sollte seine Ernährung am besten schrittweise umstellen. Fertigprodukte wie Salatsaucen, Fertigsuppen oder die Salamipizza sind wahre Salzbomben. Besser: Selbst kochen – am besten mit viel frischem Gemüse. So kann man seinen Konsum selbst beeinflussen und das Salz durch andere Gewürze ersetzen.

 

Eva Tesar hat in Göttingen Philologie studiert. Seit über 20 Jahren arbeitet sie als selbständige Journalistin und PR-Expertin für Tourismus, Hotellerie, Gesundheit, Gourmet und Lifestyle. Eva Tesar lebt in Hamburg-Rotherbaum und arbeitet auch als Kommunikationscoach.