Knoblauch, Wasser und Yoga können bei Herzerkrankungen helfen

Was Knoblauch, Wasser und Yoga gemein haben

Unser Herz ist auf Hochleistung getrimmt: 100.000 Mal schlägt es pro Tag. Minütlich pumpt es bis zu sechs Liter Blut durch den ganzen Körper, damit auch alle anderen Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Herzerkrankungen sind aber auch die häufigste Todesursache in Deutschland. Umso wichtiger also, dass wir uns um unsere „Herzensangelegenheiten“ kümmern.

Das Herz ist das erste Organ, das sich in uns entwickelt. Ab der dritten Schwangerschaftswoche beginnt es sich zu bilden – zusammen mit dem ganzen Herzkreislaufsystem. In einem erwachsenen Körper umfassen die Blutgefäße dann eine unglaubliche Länge von rund 100.000 Kilometern. Das sind zweieinhalb Mal so viel wie der gesamte Erdumfang.

Kein Wunder, dass das Herz, das durchschnittlich gerade mal etwa 250 Gramm (Frauen) oder 300 Gramm (Männer) wiegt, fast nur aus Muskeln besteht, um unermüdlich Blut durch den ganzen Körper zu transportieren.

Stress, ungesunde Ernährung und andere Risiken

So leistungsfähig ein gesundes Herz auch ist, so anfällig kann es werden, wenn wir es vernachlässigen. Gemäß dem Statistischen Bundesamt sind über ein Drittel der Todesfälle hierzulande auf Herzkreislauferkrankungen zurückzuführen. Ein Umstand, der nicht zuletzt mit unserer Lebensweise zusammenhängt: Stress, mangelnde Bewegung, Rauchen und eine ungesunde Ernährung sind für das Herz nämlich Gift.

Im Umkehrschluss heißt das dennoch nicht, dass wir exzessiv Sport treiben und dem Genuss entsagen müssen. Vielmehr geht es um Ausgewogenheit und Regelmäßigkeit. Um es mit Sebastian Kneipps Worten zu sagen: „Wer nicht jeden Tag etwas für seine Gesundheit aufbringt, muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern.“

Orientierung an den fünf Kneipp-Säulen

Besonders belastend für das Herz ist ein langfristiger erhöhter Blutdruck. Die Folge: Das Herz wird geschwächt und verliert entsprechend an Leistungsfähigkeit. Bemerkbar macht sich eine solche Herzinsuffizienz etwa, wenn man schnell außer Atem gerät oder wenn stechende Schmerzen im Herzen spürbar sind, die in den linken Arm ausstrahlen. Spätestens bei solchen Anzeichen ist auf jeden Fall ein Arztbesuch angezeigt. Aber auch früher können regelmäßige Checks helfen, um allfälligem Bluthochdruck vorzubeugen.
Und die fünf Kneipp-Säulen bieten einen guten Anhaltspunkt, in welchen Bereichen wir etwas für unsere Herzgesundheit tun können, und welche Mittel sich dafür bewährt haben.

Ernährung

  • Verwenden Sie gesunde Öle: Oliven-, Raps-, Lein- oder Nussöle enthalten ungesättigte Fettsäuren und andere wichtige Inhaltsstoffe. Transfette hingegen, die in frittierten und gebratenen Speisen, aber auch oft in Fertiggerichten vorkommen, lassen den Cholesterinspiegel im Blut steigen. Die Folge: Ablagerungen, das heißt Verkalkung der Gefäße.
  • Essen Sie viel frisches, regionales Gemüse und Obst.
  • Verzichten Sie möglichst auf Fleisch: Insbesondere sollten Schinken, Speck oder Wurst die Ausnahme bilden. Gesünder ist frisches, möglichst mageres Fleisch.
  • Statt Fleisch darf es auch eher mal Fisch sein. Hier liefern fette Fische wie Makrele, Lachs oder Hering wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Angesichts der Überfischung der Meere gilt allerdings auch hier: alles in Maßen.
  • Achten Sie auf Ihren Weißmehl- und Zuckerkonsum. Besser sind Vollkornprodukte, die Ballaststoffe liefern. Tipps für gesündere Zucker-Alternativen finden Sie zudem hier.
  • Ersetzen Sie Salz öfters mal durch frische Kräuter.

Bewegung

  • Was ist Ihre bevorzugte Aktivität? Bauen Sie davon möglichst regelmäßige Einheiten in Ihren Wochenplan ein.
  • Verabreden Sie sich zum Sport. Das motiviert und macht Spaß.
  • Schließen Sie mit sich selbst eine Wette ab, z. B. dass Sie eine Woche lang nur die Treppen statt den Aufzug benutzen oder mit dem Fahrrad statt dem Auto zur Arbeit/zum Einkaufen fahren.
  • Probieren Sie etwas Neues aus. Es gibt so viele verschiedene Sportarten und Aktivitäten. Vielleicht entdecken Sie sogar eine neue Leidenschaft.

Balance

  • Was sind Stressfaktoren in Ihrem Leben? Und was genau stresst Sie dabei? Fehlt Ihnen an allen Ecken und Enden Zeit? Setzen Sie sich selbst unter (Leistungs-)druck? Sind es andere Menschen, die Sie nerven? Suchen Sie nach Möglichkeiten, diese Stressoren zu reduzieren. Müssen Sie wirklich alles (selbst) erledigen? Können Sie auch mal fünf gerade sein lassen? Wollen Sie anderen so viel Macht geben, dass Sie sich von ihnen das Leben schwer machen lassen?
  • Schaffen Sie sich bewusste Auszeiten. Das kann zwischendurch am Tag sein, am Abend oder auch mal ein Wochenende für sich selbst. Nehmen Sie sich Zeit nur für sich und tun Sie etwas, das Ihnen gut tut – oder auch einfach nichts.
  • Musik, Meditation, Yoga oder andere Entspannungstechniken haben nachgewiesen eine positive Auswirkung auf unser Stresslevel.
  • Sorgen Sie für genügend und erholsamen Schlaf.

Heilkräuter

  • Knoblauch senkt den Cholesterinspiegel und wirkt gegen Bluthochdruck. Wer Ausdünstungen vermeiden will, kann auf Präparate mit Knoblauchpulver zurückgreifen.
  • Weißdorn stärkt das Herz und fördert die Durchblutung, indem die Gefäße erweitert werden. Darüber hinaus hat die Pflanze auf die Nierenfunktion eine positive Wirkung.
  • Auch Artischocke wirkt gegen zu hohe Cholesterinwerte.
  • Und schließlich wird der Mistel (als Saft, Tee oder Kapsel) eine leicht blutdrucksenkende Wirkung nachgesagt.

Wasser

  • Gegen Bluthochdruck hilft das temperaturansteigende Wasserbad. Lassen Sie dafür in einem großen Behältnis oder im Waschbecken 33 Grad warmes Wasser ein und tauchen Sie Hände und Arme bis zur Mitte der Oberarme ein. Dann wird nach und nach heißes Wasser nachgegossen, bis eine Temperatur von ca. 39 Grad erreicht wird. Wird es Ihnen zu warm oder fangen Sie stark zu schwitzen an, hören Sie früher auf. Insgesamt sollte die Anwendung nicht länger als 15 Minuten dauern. Anschließend gönnen Sie sich am besten eine Ruhepause.
  • Ein kaltes Armbad hin und wieder sorgt für eine Entlastung des Herzens.
  • (Kalte) Oberkörperwaschungen wirken stärkend.

Und schließlich steht das Herz nicht umsonst symbolisch für Liebe und Verbundenheit. Denn Ängste und Konflikte spielen Studien zufolge bei Herzerkrankungen tatsächlich eine Rolle, wie etwa der Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten schreibt. Sorgen Sie darum für möglichst viel Liebe und Positivität in Ihrem Leben – Ihr Herz wird es Ihnen danken.

Bettina Bichsel schreibt und bloggt rund um Medizinisches, Gesundes und Kneipp-Spezifisches. Daneben arbeitet die diplomierte Journalistin als Texterin, Kommunikationsexpertin und Coach.

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