Winterkur

Eine Winterkur wirkt wie zwei Sommerkuren

„Eine Winterkur wirkt wie zwei Sommerkuren…“ lehrte Sebastian Kneipp. Kenner wissen, dass kneipp’sche Anwendungen in der kühlen Jahreszeit besonders intensiv wirken: Barfuss durch kalten Schnee stapfen, mit heißen Heusäcken Körper und Seele wärmen, bei sanften Massagen entspannen, beim Langlauf oder Nordic Walking gesunde Winterluft tanken.

Kneipp’s Lehre ist heute aktueller denn je. Die Wissenschaft hat Kneipp’s Erfolge längst bestätigt: In Instituten für Balneologie und Sport, Psychosomatik, Physiotherapie und Arbeitsmedizin erwiesen sich seine Maßnahmen als sinnvoll und wirksam. Kein Wunder, dass Kneippen neben der medizinischen Kompetenz als klassisches Naturheilverfahren auch zu den großen Wellness-Trends gehört.

Die über 150-jährige Kneipp-Erfahrung zeigt, dass sich die bewährte Methode mit Sebastian Kneipps fünf Elementen Wasser, Kräuter, Ernährung, Bewegung und innerer Balance rundum positiv auf Körper und Seele auswirkt: Kälte- und Wärmereize auf der Haut trainieren die Gefäße und kurbeln das Immunsystem an. In Kombination verabreicht, normalisieren die Kneippanwendungen den Blutkreislauf, die Verdauung, den Stoffwechsel und stärken die Nerven. Sie lindern Beschwerden, härten den Körper ab und wecken neue Lebensgeister. Am bekanntesten sind Kneipps Wasserbehandlungen – insgesamt gibt es rund 120. Der Organismus reagiert abhängig davon, an welcher Stelle der Reiz wie stark auf den Körper wirkt, wie lang und wie oft er wiederholt wird. Ein erfahrener Kneipp-Arzt muss also für jeden Patienten ein individuelles Kneipp-Programm ausarbeiten – in Abstimmung auf seine Konstitution und seinen Lebensrhythmus.

Eine ungewöhnliche Karriere machte Kneipp zum weltberühmten „Wasserdoktor“: 1821 in Stephansried bei Ottobeuren als Sohn eines Landwebers geboren, wächst Kneipp in ärmlichen Verhältnissen auf. Sein Wunsch, Theologie zu studieren, wird immer stärker. Mit 21 Jahren findet er schließlich einen Gönner, der ihm den Besuch des Gymnasiums ermöglicht. 1848 kann er sein Studium beginnen. Als er während dieser Zeit an einer schweren Lungentuberkulose erkrankt, kuriert er sich selbst mit der Heilkraft des Wassers. 1855 kommt Kneipp als Pfarrer in das Dominikanerinnenkloster nach Wörishofen und entwickelt hier die Original-Kneipp-Kur. Wörishofen wird zum Mekka der Gesundheitsanhänger, selbst prominente Patienten wie Papst Leo XIII. lassen sich von Kneipp behandeln, der 1897 in Bad Wörishofen stirbt. Heute hat Kneipps Lehre selbst in der Universitätsmedizin einen festen Platz.

Am Wohnort wird die Kneipp-Therapie von Ärzten kaum angeboten. Am wirkungsvollsten ist daher eine professionell begleitete Kneippkur. In den Kneipp Premium Heilbädern kann man das Kneipp’sche Gesundheitskonzept unter medizinischer Anleitung richtig erlernen, um damit zu Hause fortzufahren. Das Zusammenspiel aller Kneipp-Prinzipien zeigt weit mehr Wirkung als die Einzelanwendungen – und ist auch als Prävention optimal geeignet.

Vor allem die Reizbehandlung mit Wasser kann gezielt zur Heilung eingesetzt werden: Ob bei Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Venenentzündungen oder beim Bluthochdruck.

Redakteurin
Eva Tesar

Kategorie: Balance, TOP Themen